Von Süd-West nach Brest

So platt kann der Atlantik sein

Nicht nur das Azorenhoch sorgte auf unserer Fahrt von den Azoren nach Frankreich oftmals für Flaute. Wir mussten auch durch den Kern eines riesigen Tiefdruckgebiet durch: mit ohne Wind!

Zwischendurch - am Rand dieses Tiefs - hatten wir aber auch super Segeltage, die wir sehr genossen haben: Rauschefahrt wie aus dem Bilderbuch!

Alles in allem musste unser "Jockel" aber ziemlich häufig ans Werk. Wir waren dankbar, dass der Motor all die Meilen so gut und problemlos durchgehalten hat. Überhaupt war es diesmal eine sehr entspannte Fahrt, eigentlich ging nichts kaputt auf einer Strecke von immerhin 1250 sm. Das war noch nie...

 

Delfine, Wale und immer wieder Delfine 

Hier im Nordatlantik ist definitiv mehr los. Wir sehen sehr häufig Delfine und zweimal sogar Wale. Sie sind nicht so ganz nah, aber da fast keinen Welle ist, kann man sie gut ausmachen, auch über die Entfernung. Und es scheinen ziemlich große Tiere zu sein...

 

Horizont über dem Wasser: Das ist einfach so ein schöner beglückender Anblick. Wir sind schon ein bisschen wehmütig. Zurück in Europa werden wir das jetzt lange nicht mehr haben.

Verkehr wie am Stachus um Fünf!

Diese "Elefanten-Rennstrecke" ist zwar kein offizielles Verkehrstrennungsgebiet mehr. Aber alle Dicken aus dem englischen Kanal nehmen diesen Weg, es ist die Hauptroute nach Gibraltar, USA und zum Panamakanal. Nach Tagen auf See ohne einen einzigen Schiffskontakt fanden wir das doch etwas gewöhnungsbedürftig (das blaue Signal sind wir, der Kreis um uns herum beträgt 1 sm). Und wir müssen da durch. Natürlich kommt man dort nachts an. Ansgar hat sich vorsichtshalber schlafen gelegt...

Wie gut dass es AIS gibt. Leider fällt mitten auf dem Highway die Kalkulation für CPA (closest point of approach) und TCPA (time to closest Point of approach) aus und statt der grünen Signale gab es nur noch blaue Kreise, d.h. selber rechnen war angesagt. 

Wir kommen trotzdem ganz gut durch ohne den Kurs ändern zu müssen, ein Frachtschiff kommt uns ziemlich nah. Über Funk sprechen wir uns ab...alles gut! 

Anfahrt auf Brest

Eigentlich war unser ursprünglicher Zielhafen Aberwrac´h in der Nordbretagne, also gleich rein in den englischen Kanal. Aber Uwe (von Intermar), der uns das Wetter macht, informiert uns über ein riesiges Sturmtief, das da angerauscht kommt: "Gibt Gas und sucht einen sicheren Schutzhafen aus." 

Brest liegt bei Südwest-Wind wesentlich geschützter, so drehen wir ab und laufen Brest an. Dank Uwe´s Planung haben wir ausreichend Zeit und erreichen am Montag die Marina Moulin Blanc in Brest. 

Ein gutes Plätzchen

Wir finden einen guten Platz an der Leeseite vom Kopfsteg und können den Dienstag bei noch ganz schönem Wetter genießen. Wir packen die Räder aus und radeln in den Stadthafen und zum Einkaufen. Ab Mittwoch geht's dann los. Das Tief ist da und fegt ordentlich über uns hinweg. Bis Samstag soll es noch kacheln...