Zu Weihnachten nach Saint Martin

Montserrat bei Tag

Auf dem Weg von Guadeloupe nach Saint Martin kommen wir an Montserrat vorbei. Diesmal bei Tag. Wir sind beeindruckt. Die Insel ist wie aus einem Märchen und der Vulkan noch immer aktiv, er raucht aus mehreren Seitenschloten. Es ist beeindruckend. Als wir Montserrat das erste mal gesehen haben, war es Nacht und die Insel sah - von Süden kommend - absolut unheimlich aus. Kein einziges Licht! Der ganze südliche Teil ist evakuiert und durch den lebhaften Vulkan nicht mehr für die Bewohner freigegeben. Der ehemalige Flughafen und die Hauptstadt Plymouth liegen in Schutt und Asche. Nur im Norden der Insel gibt es eine kleine Stadt und einen Hafen. Hier harren die aus, die ihr Zuhause trotz des Vulkans nicht verlassen wollen.

Die Formationen der Berge und die saftig grünen glatten Hügel lassen die Insel wie aus einem Ort in  "Herr der Ringe" erscheinen. Man wartet förmlich darauf, Gandalf über die Bergrücken wandern zu sehen.

Irgendwann wollen wir zurück kommen, und die Insel besuchen.

Aber für heute geht es weiter vorbei an Redonda, einer kleinen unbewohnten, zu Antigua gehörenden Insel, an Nevis, St. Kitts, Saint Eustatius und Saba. Es ist Segeln wie aus dem Bilderbuch. Wir haben direkt bei Verlassen von Dehaies Segel gesetzt und eingestellt und seither nicht mehr angerührt. Bei durchschnittlich 20 bis 25 kn Wind immer aus der gleichen Richtung haben wir Zeit, einfach die wunderschöne Natur auf uns wirken zu lassen.

Wir kommen kurz vor Sonnenaufgang in der Margot Bay, Saint Martin an. Um gleich einen guten Ankerplatz zu erwischen, warten wir noch zehn Minuten, bis sich die Sonne über die Hügel schiebt, und suchen uns dann im Licht der aufgehenden Sonne ein geeignetes Plätzchen.

Viel geschlafen haben wir in dieser Nacht nicht, weil es so unglaublich heiß unter Deck war. So ruhen wir uns erst ein bisschen aus und warten auf unsere kanadischen Freunde, um ihnen später die Insel zu zeigen.

 

 

Statt Gans und Rotkohl BBQ an Bord 

Weihnachten verbringen wir mit Dan und Catherine. Die Zeit mit den Beiden ist einfach klasse. Wir genießen jeden Moment und sind manchmal auch ziemlich albern...

 

Wir grillen am Weihnachtsabend und feiern den ersten Feiertag mit einem ausgiebigen Brunch. Catherine versorgt uns mit französischen Crepes und kanadischen Ahornsirup. Es geht ziemlich lecker zu. Am Nachmittag müssen wir unsere dicken Bäuche auf das Fort Luis tragen...

 

Reparaturen und mehr

Wir werden hier einige Zeit bleiben. Es gibt mal wieder einiges zu tun an Bord und Saint Martin ist dazu ein idealer Ort. Wir sind gerne hier und fühlen uns zu Hause.

 

Zur Zeit ist die politische Lage auf der französischen Seite der Insel etwas angespannt und es kommt immer wieder zu Unruhen. Der Grund: Macron und seine Regierung haben beschlossen, dass die Häuser direkt am Strand nach der Verwüstung durch Irma 2017 nun nicht mehr wieder aufgebaut werden dürfen. Aus Sicherheitsaspekten. Das kommt für viele, insbesondere ärmere Bewohner einer Enteignung gleich. Es gibt aber auch andere Gerüchte, dass die Grundstücke eigentlich einem Franzosen gehören, der die Bebauung geduldet hatte, nun aber seinen Grund und Boden wieder zurückfordert. Noch sind wir nicht ganz schlau geworden, was hier eigentlich vor sich geht. Bedroht fühlen wir uns aber nicht, auch wenn jeden Abend auf der nahen Brücke Ramba Zamba ist. Bisher macht es aber eher den Anschein eines mehr oder weniger friedlichen  Protests mit lauter Musik, Straßensperren etc. Mal sehen...