Nächster Halt: Guadeloupe

Der Wetterbericht ist nicht super, ab und zu Regen (stört uns nicht) und zwischen 15 und 20 Knötchen. Ist ok, wir rechnen für den kurzen Hopp von 50 sm ca. 10 Stunden. Um sicher im Hellen auf Guadeloupe, Deshaies, anzukommen, segeln wir um 6.00 Uhr los, dann haben wir noch 2 Stunden Spielraum, um bis zur Dunkelheit (ca. 6.00 Uhr) am Ziel zu sein.

Was im Wetterbericht natürlich nicht enthalten ist, sind die möglichen Squals. Uns erwischen gleich zwei fette Schauerböen. Man sieht sie bei Tag gut anrollen (bei Nacht braucht man das Radar), und kann dementsprechend reffen. Wir segeln zwar schon mit konstant ca. 25 kn Wind, die Zunahme in den Böen findet dann aber  innerhalb von wenigen Minuten auf gut 40 Knoten statt. Es knattert ganz schön und Umiak liegt ziemlich schräg. Wasser überall: von vorne, von der Seite, von hinten und von oben, letzteres wenigstens weitestgehend salzfrei...Bei zweiten Squal müssen wir die Segel aufmachen und etwas nach Westen ablaufen. Nach ca. einer halben bis dreiviertel Stunde ist der Spuk dann meistens vorüber und es geht wieder in normalem Tempo. Alles in allem sind wir auf dieser Strecke mal wieder flott unterwegs und es ist ein richtig sportlicher Segeltag. Der Captain ist ganz schön beschäftigt...Schon um 2.00 Ihr nachmittags sind wir am Ziel.

 

Auch wenn wir nicht immer darüber berichten....

Um unsere Leser nicht zu langweilen, berichten wir nicht immer über alle Fehler und Ausfälle, die an Bord auftreten. Es würde einfach zu viel Raum in Anspruch nehmen. Mittlerweile können wir den Spruch der Segler: "Wir reparieren uns um die Welt!" bestätigen. 

So haben wir nach dem Update unserer Navigations-Software festgestellt, dass die Radareinstellungen total durcheinander sind, dass die Kursanzeigen im Autopilot vollkommen Banane sind und nun streikt auch noch unser neuer Generator. Nach knapp 100 Betriebsstunden!! Ansgar kann ihn mit viel Aufwand noch ein paar Mal zum laufen bringen. Wir atmen auf.... Aber zu früh gefreut. Heute haben wir feststellen müssen, dass eine Schweißnaht am Abgaskrümmer leck ist und das der Temperatursensor nicht funktioniert (ohne den springt die Maschine nicht an...). Laut Fischer Panda: "Das ist ja noch nie vorgekommen"! Na, wer's glaubt.. In einem Forum lese ich anderes. Wir hoffen, dass FP die Ersatzteile nach St. Martin schickt. Dort werden wir richtig viel zu tun haben: Neue Sanitärschläuche  verlegen (lecker), Rostschäden beseitigen (Entrosten, Epoxy, Lack), Hochdruckschläuche vom Wassermacher ersetzten (sind leck), Generator reparieren (hoffentlich klappt das!), außerdem natürlich Radar und Autopilot wieder in Stand setzten. Irgendwie haben wir lauter "Montags-Geräte" an Bord. Fröhliche Weihnachten.

Ein Traum...

Ganz in der Nähe von unserer Ankerbucht, gibt es einen botanischen Garten. Um unserem Reparaturwahnsinn an Bord für ein paar Stunden zu entkommen, laufe ich mit Dan, unserem kanadischen Freund, den Hügel hoch: Wir wollen uns diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen. Ansgar müht sich in der Zwischenzeit an Bord mit unserem laut knatternden Hilfsgenerator die Batterien wieder einigermaßen voll zu kriegen, Catherine arbeitet und bleibt daher auch an Bord.

 

Der Weg ist nicht so lang, aber ganz schön steil (wir kommen oben schweißnaß an) und der Eintritt relativ  teuer, aber der Garten ist echt sehenswert. Geordnet nach verschiedenen Vegetationszonen, schön angelegt, aber trotzdem natürlich: Wir genießen den Vormittag hier sehr und schwelgen im Bunt der Pflanzen und Vögel. Es sind wirklich prächtige Farben. Und die Vielfältigkeit der diversen Überlebensstrategien ist beeindruckend. Wir sind begeistert. Dabei ist auch hier Winter und nur wenige Pflanzen stehen in Blüte. Wie muss es hier wohl erst im Frühling aussehen!?

 

Mindestens genauso bunt wie die Pflanzen zeigen sich die Vögel. Nicht alle können wir fotografieren: Die Kolibris haben so einen Affenzahn drauf, dass man sie echt nicht mit der Kamera einfangen kann. Einige Papageien sind etwas schüchtern (Jerk und Soje), Roger (unten bei den Fotos dabei) meckert lautstark, als Dan seinen Schwanz berührt und viele der anderen Vögel sind vollkommen damit beschäftigt, ihre Weibchen zu beeindrucken. Sie nehmen schlichtweg keine Notiz von uns.

 

Der botanische Garten von Guadeloupe: Es war ein tolles Erlebnis und wir können zumindest viele bunte Fotos mit Ansgar und Catherine teilen.