Über Wilmington nach Cape Lookout/Beaufort

Die Shoals nach Wilmington

Ohne Wind und vor allem ohne Welle können wir die Abkürzung über die Untiefen (Shoals) wagen. Die Einfahrt nach Wilmington ist gut betonnt. Wie immer kommt der Wind 2 sm vor der Hafeneinfahrt zurück und zeigt uns mit gut 16 kn nochmal, was er drauf hat. Um eine Tankstelle. zu erreichen, müssen wir etliche Meilen auf dem Intracostal Waterway motoren. Es ist ziemlich eng und zwischendurch immer wieder viel zu flach. Teilweise zeigt das Echolot "minus 0,10 m" Wassertiefe unter dem Kiel an. Das ist nicht wirklich viel und wir halten die Luft an. Höchste Konzentration ist angesagt, um sich hier ja nicht zu versteuern.

 

In Wilmington selber geht es zu wie auf dem Rummelplatz. Man könnte getrost trockenen Fußes übers Wasser gehen. Es ist Sonntag Nachmittag und alle sind mit ihren Motorboote unterwegs. Die Tankstelle liegt direkt vor einer Brücke (durch die wir nicht durchpassen!!!) und das Wendemanöver direkt vor der Brücke ist aufgrund der Wahnsinns-Strömung und des vielen Verkehrs eine Zerreißprobe für unsere Nerven.

 

Bis wir letztlich getankt haben, sind wir ziemlich fertig und keiner von uns hält mehr etwas davon, gleich weiter Richtung Beaufort zu fahren. Wir suchen und finden glücklicherweise einen sehr schönen, weiträumigen und ruhigen Ankerplatz in wunderschöner Umgebung, weit genug entfernt von dieser "belebten Hauptstraße" mit Disco-Musik aus jeder Ecke und dicht in Päckchen aneinander gereihten Booten. Nach einem beruhigenden Abend und einer erholsamen Nacht brechen wir am nächsten Morgen Richtung Beaufort auf.

Cape Lookout 

Wir haben über die ganze Strecke perfekten Wind  und müssen nichts anderes tun, als ab und zu den Windpilot etwas zu korrigieren.

 

Die direkte Linie können wir allerdings nicht fahren. Wieder ist ein Kriegsschiff, die Warship 99, unterwegs und ballert in der "military practice area" ganz ordentlich umeinander. Die über Funk angegebenen 15 sm Abstand schaffen wir nicht, aber wir bleiben außerhalb des Übungsgeländes und es fordert uns auch niemand auf, weiter wegzufahren. Glücklich für uns, denn der Wind würde einen anderen Weg nicht hergeben.

 

Den ganzen Tag über rattert das Funkgerät, es ist mächtig was los bei den Amis! Am Nachmittag kommt noch ein Seenotfall dazu. Ein Sportfischer hat Feuer im Maschinenraum und muss mit seiner Familie das Boot verlassen. Uns wird ganz schlecht. So etwas so nah mitzuerleben, geht wirklich unter die Haut. Zum helfen sind wir leider viel zu weit weg. Glücklicherweise macht sich ein Rettungsboot vom Kriegsschiff aus gleich auf den Weg und holt die Drei aus ihrer Rettungsinsel. Wir fiebern mit bis endlich der erlösende Funkspruch kommt: "Pan Pan beendet".

 

Als wir am Eingang nach Beaufort ankommen, geht der Mond auf. Wunderschön groß und rot über den Dünen. Wir entschließen uns aufgrund des günstigen Windes erst einmal das nahe gelegene Cape Lookout anzufahren und dort in einer ruhigen Bucht zu ankern. In der Einfahrt liegt ein Fischer und die Beleuchtung der ankernden Schiffe gibt uns zunächst Rätsel auf. Wir suchen und finden die grüne und rote Tonne, das rot-grüne Blinklicht etwas weiter hinten können wir aber zunächst nicht zuordnen. Erst als wir ganz nah sind, lässt sich erkennen, dass dieses Blinklicht zu einem Ankerlieger gehört, der wohl die Weihnachtbeleuchtung vom letzten Jahr in seinen Bug gehängt hat. Sie erstrahlt im gesamten Farbspektrum, blau und violett sieht man aber aus Entfernung nicht. Sehr verwirrend. 

 

Wenn auch nicht schlecht angedacht. Nur das vorgeschrieben Ankerlicht ist für ankommende Boote nämlich wirklich nicht ausreichend. Man guckt schließlich bei der Anfahrt auf einen Ankerplatz nicht ständig nach oben. Ein zusätzliches Lichtchen im Cockpit ist da ungemein hilfreich, aber lieber nicht grün und rot!!

 

Ausruhen am Cape Lookout

Am Dienstag lassen wir es erst einmal ganz ruhig angehen und machen, was eben zu tun ist, um das Schiff wieder für die weitere Reise zu rüsten: Batterien auffüllen, Welle nachstellen, Ruderkoker kontrollieren etc.

Es ist ein gemütlicher Tag und ich nutzte die Ruhe, um die neu aufgetretenen Roststellen in Angriff zu nehmen Es ist herrlich hier, rund um Sanddünen und nichts los. Wir wollen hier zumindest bis Donnerstag bleiben und dann weiter...

 

Aber der Wind will nicht so wie wir wollen. Und wir mögen den Wetterbericht nicht! Vor uns steht die Umrundung vom berühmt berüchtigten Cape Hatteras. Ca. 2000 Schiffe liegen da auf Grund, aber nicht grundlos. Will heißen, das waren nicht alles Trottel, die da gestrandet sind, sondern überwiegend Profis, und dieses Cape hat es wirklich in sich. Wir besprechen uns immer wieder mit anderen Seglern und profitieren gerne von deren Erfahrung. Momentan schaut es so aus, als ob Samstag der richtige Absprungtag wäre. Wir werden weiter abwarten müssen. Da es hier sooo schön und herrlich ruhig ist, bleiben wir Mittwoch auch noch hier. Die Roststellen sind mittlerweile präpariert und versiegelt. Alles wieder chic. :)

Am Donnerstag werden wir uns nach Beaufort verlegen und dort auf günstigen Wind warten.