Nächstes Ziel: Long Island, Bahamas

Der Autopilot streikt und kein Wind für die Windfahnensteuerung!

Wir sind darauf eingestellt, dass erst am Abend Wind aufkommt, mussten aber Nachmittags aufbrechen, um das Hochwasser zu nutzen. Wir dümpeln noch so ein bisschen vor Mayaguana rum bis gegen Abend der Wind auffrischt und es uns mit angenehmer Briese nach Long Island weht.

Da wir jetzt wieder einen funktionierenden Genuabaum haben, nutzen wir diesen natürlich. Die häufigen Winddreher machen es mehrmals notwendig, den Baum vom einen zum anderen Bug zu shiften. Auch o.k. So kommen wir nach der langen Zeit des Nichtbenutzens wieder in Übung.

 

Am späteren Abend  lässt der Wind wieder nach. Auch darauf waren wir eingestellt. Nicht aber auf das Versagen unseres Autopiloten; der sagt plötzlich keinen Ton mehr. Und ohne Wind hilft der Windpilot auch nicht weiter: Selbst steuern!!  Wir wechseln uns jetzt ca. alle 2 Stunden ab. Es ist nicht zu glauben, wie schwierig es ist, auch nur annähernd so gut zu steuern wie Auto- oder Windpilot. Ein ermüdendes Geschäft, das volle Konzentration erfordert, zumindest wenn man Kurs halten will.

 

All unsere Versuche, das Ding wieder flott zu kriegen, scheitern zunächst kläglich. Tief in der Nacht hat Ansgar die entscheidende Idee und zaubert eine Ersatzsicherung raus. So einfach! Alles wieder gut - nach über sechs Stunden am Steuer. Wir sind ganz schön groggy.

Einklarieren mit Hindernissen

Customs and Immigration ist von unserem Ankerplatz ziemlich weit weg. Wir überlegen am Morgen lange hin und her, spielen alle möglichen Alternativen durch, die von "Einklarieren auf einer anderen Insel" bis zu " Gleich weiter in die USA" reichen.

Als sich Ansgar entschließt, mal vorsichtshalber beim Zoll anzufragen - die Strafen für nicht ordnungsgemäß einklarierte Yachten in den Bahamas sind horrent - wird uns von oberster Stelle mitgeteilt: Wir müssen sofort kommen! Und: Cash bezahlen. Visa wird nicht akzeptiert, für das Crusing Permit (300$!!!) plus Behörden-Gebühr (100$ !!!) reicht unser Bargeld nicht.

So etwas wie Cash--Automaten gibt es hier nicht, nur einen einzigen ganz im Süden der Insel ca.100 km entfernt. Im Beach-Resort, das wir direkt von unserem Ankerplatz erreichen, sind sie nur bereit Gästen des Hauses Cash auszubezahlen, und sie sind unerbittlich.

 

Wir finden mit dem Taxi auf dem Weg zum Airport (der heißt nur so, ist aber lediglich eine Landepiste plus Parkplatz für ein paar kleine Privatmaschinen) einen kleinen Gemischtwarenhändler, der erstens  am Sonntag geöffnet hat und zweitens auf die Visa-Karte Geld rausgibt. Es dauert lange, bis er all die Geldscheine aus einem schmuddligen Rucksack am Boden unter seinem Tisch rausgefischt hat. Gebühr 50$! Was soll man machen?

 

Als wir den langwierigen Einklarierungsprozess mit den zahlreichen Formularen  bei dem glücklicherweise echt netten Officer (wir hatten bisher eigentlich immer Glück!) hinter uns haben, genehmigen wir uns zurück im Beach-Resort erst mal einen Cocktail auf der Terrasse am weißen Strand mit Blick auf unser Boot.