St. Martin - Abramowitsch ist auch schon da

Marigot Bay

Allerdings umrunden wir die Südwestspitze und ankern in der Marigot Bay auf der französischen Seite. Wir sind ziemlich erleichtert, in dieser Bucht auch ein paar ganz "normale" Boote vorzufinden. Es ist ein schöner Ankerplatz mit herrlichem Ankergrund und türkisblauem Wasser. Mit dem Dingi ist alles gut und nah zu erreichen. Hier werden wir ein Weile bleiben und etliche Reparaturen vornehmen.

Irma´s deutlich sichtbare Spuren

Klar haben wir alle die Bilder vom Wirbelsturm Irma (September 2017) im Fernsehen gesehen. Aber Fotos sind doch einfach etwas ganz anderes. Jedenfalls sind wir tief erschüttert, als wir die noch übergebliebene Spur der Verwüstung und das Ausmaß der Schäden mit eigenen Augen sehen. Boote, Kais, Stege, Dalben, Häuser, Autos....wie Papierspielzeuge durch die Gegend geworfen und in irgendwelchen Ecken zusammengeschoben. 

Natürlich sind das nur noch die Reste, vieles wurde schon wieder aufgebaut. Doch keiner kann hexen. So eine Infrastruktur völlig wiederherzustellen, braucht einfach auch Zeit. Und viele der entmasteten, zerfledderten und halb gesunkenen Boote werden wohl herrenlos sich selbst überlassen und vor sich hin rosten...ein schrecklicher Anblick!

 

Fort Luis 

....ist nur noch eine Ruine. Aber der Besuch lohnt, die Aussicht ist grandios und die typisch karibischen Wasserfarben kann man von hier oben in vollen Zügen genießen.

Karneval auf St. Martin

Die tollen Tage sind auf St. Martin sehr bunt und vor allem laut. Die Musik hört man nicht nur, man spürt sie vor allem!! Aber es ist eine fröhliche und ausgelassene Stimmung und uns macht es Spaß, die Umzüge zu betrachten. Feiern können die Carribeaner einfach und man lässt sich gerne anstecken.... 

Die Jungs von der Andiamo

Schon auf den Cap Verden hatten wir Lennart und Valentin von der Andiamo getroffen. Die beiden Jungs haben während ihres letzten Schuljahrs vor dem Abitur ein Boot gekauft, die Reise geplant, alle Umbauarbeiten und Vorbereitungen durchgeführt und sind nach absolvierten Prüfungen eben mal die Atlantikrunde angegangen. Dass Beide versierte Regatta-Segler sind und damit "alte Hasen" was die Schiffsführung angeht, hilft sicher. Trotzdem können wir ihren Mut und ihr Engagement nur bewundern: zu Zweit über den Atlantik!! Herzlichen Glückwunsch!

Wir haben uns tierisch gefreut, als wir uns alle wohlbehalten auf Barbados wiedergesehen haben. Da windgemäß alle Segler in der Karibik in etwa die gleiche Route segeln, haben wir mittlerweile sehr viele schöne Stunden zusammen verbracht, die letzten hier auf St. Martin. Jedes einzelne Treffen mit den Beiden war uns eine Freude. Danke Euch dafür und: Wir bleiben in Kontakt!

 

Antigua will uns nicht haben...

Am 17. März, nach drei (!!) arbeitsreichen Wochen auf St. Martin, aber auch vielen entspannten Stunden und schönen Ausflügen über die Insel, wollen wir nach Antigua segeln. Die Pakete, auf die wir noch warten müssen, wollen wir später hier abholen. Für die ca. 110 sm starten wir morgens gegen 9.00 Uhr. Gemeldet ist Wind aus N / NO. Bis wir aus der Lagune kommen, ist alles schwierig. Es regnet und der Wind kommt aus allen möglichen Richtungen. Tapfer kämpfen wir uns weiter und warten, dass der Wind dreht wie gemeldet. Wir müssen nach Antigua Kurs SW fahren. Der Wind weigert sich zu drehen und bläst aus SW. Also volle Kanne gegenan. Wie mühsam!! Wir fahren mit einem Windwinkel von fast 30° und machen daher nur ca. 4 kn Fahrt. Langsam mühen wir uns vorwärts. Der Wind denkt nicht daran zu drehen!! Wir müssen das aber heute schaffen. Die nächsten Tage ist nämlich absolute Flaute gemeldet. Wenigstens scheint jetzt wieder die Sonne und es ist eigentlich schönes Segeln, leider nur nicht "zielführend". Unterwegs denken wir über alle möglichen Alternativziele nach. Was wirklich Passendes fällt uns nicht ein. Nach ca. 9 Stunden Ritt macht der Captain den Vorschlag: "Zurück zum Ankerplatz?" Ja, fragt sich, warum eigentlich nicht. Müssen wir denn wirklich nach Antigua? Klar: Nelson´s Dockyard wollen wir unbedingt sehen. Irgendwann. Warum den Besuch also nicht verschieben... Wir sind müde und wenn der Wind wirklich dreht, wird er nicht bis Antigua reichen vor der Flaute. Wir schaffen es tatsächlich umzudrehen. Eine wahrlich nicht einfache Übung. Man lernt nie aus. Belohnt werden wir mit einer famosen Rückfahrt. Innerhalb von 2,5 Stunden sind wir wieder an der Küste St. Martins mit schönem Halbwindkurs. Rein nach Margot Bay und ankern auf perfektem Ankergrund. Selbst in der Nach bei Mondlicht kann man die Sandkörnchen am Grund sehen. Es gibt also nichts zu meckern!

 

Vollmondnacht in der Marigot Bay

Auch wenn wir hier nun auf die Pakete warten, bevor wir weiter Richtung BVI´s starten werden, langweilig ist uns nicht. Erstens gibt es an Bord ständig etwas zu tun und zweitens haben wir hier sehr viel Kontakt zu anderen Seglern, die mehr oder weniger die gleiche Richtung steuern. Immer wieder sind es die Menschen, die man trifft, die diese Reise so reich und so wertvoll machen. Danke an alle, mit denen wir Zeit verbracht, Plauderstündchen gehalten, Bierchen getrunken haben.

Schöner wohnen auf dem Wasser!

Die Schiffe, die hier in der Lagune liegen, sind unglaublich. Um ehrlich zu sein, hatten wir uns mit Umiak so bis Portugal noch relativ groß gefühlt. Hier sind wir am unteren Ende der nach oben offenen Längenskala angekommen. Gemessen wird allerdings zumindest bei den Seglern nicht mehr in Schiffslänge, sondern in Anzahl der Salinge. Diese sind in der Nacht stilvoll beleuchtet. Wir überlegen gerade, noch ein paar zusätzlich "Scheinsalinge mit entsprechender Beleuchtung" nachts aufzuhängen...:).

Endlich kommen die Pakete an!

Das lange Warten hat ein Ende und der Captain ist wieder richtig glücklich. 50 Tüten Fisherman aus Deutschland und der unbedeutende Rest haben endlich den langen Weg zu uns in die Marigot Bay gefunden.

Wir müssen noch den neuen Windmessgeber installieren - der alte hatte sich unter stetiger UV-Bestrahlung über all die Jahre sprichwörtlich in seine Einzelteile aufgelöst. Dazu muss Ansgar dreimal den Mast erklimmen. Was sind wir froh um unsere Maststufen. Sie haben sich wirklich gelohnt.

Jetzt brauchen wir noch ausreichend Wind, dann wollen wir in die BVI´s starten....

Abschied von St. Martin

Am 2. April ist es soweit. Wir verlassen Saint Martin. Es war eine lange Zeit hier, eine sehr schöne Zeit mit vielen netten intensiven Begegnungen und Bekanntschaften, von denen sicher etliche Bestand haben werden. Es war eine arbeitsreiche Zeit, wir haben viel am Boot repariert, lackiert, entrostet, umgebaut... Und es war auch einen Zeit der Ruhe, die wir gebraucht haben. Aber jetzt geht´s weiter.

Unser Plan ist über die British Virgin Islands und Puerto Rico die Bahamas zu erreichen und von dort die US-Ostküste entlang weiter Richtung Norden zu segeln.