Von Martinique nach St. Kitts & Nevis

St. Kitts: Beinahe wären wir weiter gefahren...

Als wir am Montag ganz früh im Morgengrauen hier ankommen, ist der Himmel Wolken verhangen und bei der Anfahrt in die Bucht Basseterre schüttet es wie aus Kübeln. Unserem salzigen Schiff tut es gut. Wir finden aber erst mal keinen guten Ankerplatz. In der einen Bucht liegen die Schiffe alle an Moorings und für uns ist keine mehr frei, oder es ankert niemand sonst an den von uns auserkorenen Stellen. Das Alles nach durchwachter Nacht und bei trüben Wetter... Auf der Suche nach einem geeigneten Platz als wir uns gerade überlegen, einfach gleich weiter zu fahren, schwimmt auch noch ein entkommenes Dingi an uns vorbei. Wir fangen es ein und bringen es erst einmal zur nahe gelegenen Marina. Dort bleiben wir dann: nach über zwei Monaten zum ersten Mal wieder an einem Steg!

Überlandfahrt mit dem öffentlichen Bus nach Brimstone Hill Fortress National Park

St. Kitts Hauptstadt Basseterre ist nicht so groß, hat aber wunderschöne Bauwerke, einen herrlichen Park, viele Monkeys (angeblich mehr als Einwohner) und reiche Geschichte. Mit dem "Reggae-Bus" fahren wir die Südwestküste entlang zu Brimstone Hill. Die Busfahrt ist wie immer in der Karibik klasse. Irgendwie sind die Fahrgäste inklusive Fahrer immer so ein bisschen auch Schicksalsgemeinschaften, nicht nur was den Fahrstil und den Zustand der Straßen betrifft. Sobald die Mitfahrer merken, dass man an ihrer Insel interessiert ist, steuert jeder etwas Wissenswertes über Land und Leute dazu. Man ist mittendrin und fühlt sich sehr willkommen. Busfahren macht uns wirklich richtig Spaß. Als wir am Nationalpark aussteigen, merken wir, dass der Aufstieg zum eigentlichen Fort noch ganz schön weit und vor allem steil ist. Aber wir sind noch keine 20 Meter gegangen, da gabelt uns schon der nächste Bus auf. Und damit wird die nächste Bekanntschaft gemacht: Eine amerikanische Familie aus Cape Code, bei der wir uns unbedingt im Sommer melden sollen. Werden wir auch!

Das Fort selbst ist große Klasse. Die Engländer hatten es 1852 verlassen. 1965 gründete sich ein Verein, der für die Instandsetzung und Erhaltung dieses 1999 zum Weltkulturerbe erklärten Bauwerks einsetzte. Das Museum ist so spannend gemacht, der Ausblick auf die umliegende Landschaft grandios und der Abstieg zurück ins Tal durch den Nationalpark fantastisch.

Es waren zwei wunderschöne Tage hier - gut, dass wir nicht an St. Kitts vorbeigefahren sind!

Morgen geht es nach St. Martin, Ersatzteillieferungen warten dort schon auf uns.