Martinique

Der Captain hat Hunger auf Baguette und richtigen Käse und frische Milch

Nach all den Verheißungen hinsichtlich der Proviantierungsmöglichkeiten auf Martinique erliegen wir der Versuchung und starten gleich durch. St. Vincent und St. Lucia lassen wir aus und segeln direkt nach St. Anne. Das Angebot im Supermarkt ist gigantisch, d.h. einfach europäisch, für uns aber nach langer Zeit schier unglaublich: Nicht vor leeren Regalen stehen, was haben wir es gut in Europa!!!

Wir schlagen ordentlich zu. Mit dem Einkaufswagen kann man direkt an den Dingi-Steg fahren. Gut, dass wir einen stärkeren Motor am Dingi haben. Der Heimweg zum Boot wäre mit unserem alten 2 PS-Sauser unmöglich gewesen, zumal in der Bucht von Le Marin stetig ein ziemlich starker Wind und gut Welle stehen. 

An Bord gibt es heute also frisches Baguette und französischen Käse - Leben wie Gott in Frankreich!

Es ist auch hier einfach richtig schön! Wir müssen aber bald weiter, weil in St. Martin Pakete für uns ankommen. Die Reparaturteile für unsere Atlantikschäden und eine Lieferung von SVB. Und wir haben bis dort noch ziemlich Strecke zu machen.

Fort de France, die Hauptstadt von Martinique wollen wir uns aber noch ansehen. 

 

Vorbei am Diamant Rock nach Fort de France

Diamant Rock: Der Felsen war Anfang des 19. Jahrhunderts während der napoleonischen Kriege von einer Handvoll Seeleuten der Royal Navy besetzt worden. Sie haben auf alles, was in die Bucht einfahren wollte, geschossen. Bis heute werde der Felsen bei der Royal Navy als "HMS Diamant Rock/ Stone Frigate" geführt. Alle hier passierenden britischen Kriegsschiffe salutieren mit großem Tamtam - ganz zur Freude der Franzosen!!

 

Fort de France - wir müssen viel zu schnell weiter!

Es gefällt uns gut hier. Fort de France wurde Hauptstadt  von Martinique, nachdem 1902 durch einen Vulkanausbruch St. Pierre im Norden der Insel vollständig zerstört wurde. Französischer Charme mit karibischem Getöse. Wir haben leider nicht viel Zeit. So schauen wir uns einfach die Stadt ein bisschen an und genießen das französische Leben inklusive Crepes und Wein  etc.

Das Nationalmuseum ist ein bisschen spärlich und vor allem sind die meisten Texte auf Französisch. Das macht es nicht wirklich leichter. Toll ist die Bibliothek von Victor Schoelcher, die ursprünglich in Paris stand (erbaut zur Weltausstellung 1889) und hier 1893 Stein für Stein neu aufgebaut wurde. Schoelcher (1804 - 1893)  gründete 1834 in Paris eine Gesellschaft zur Abschaffung der Sklaverei und setzte sich vor allem für ihre Beendigung auf den karibischen Inseln ein. Etliche Ehrenmäler, nach ihm benannte Straßen und Buchten sowie Statuen und Denkmäler weisen auf sein Werk hin.