An der Algarve

Kaum haben wir die Nase um die Ecke gedreht, geht die Sause los. Es frischt von jetzt auf gleich auf, wir laufen nur mit Groß 7 kn und kommen schneller als gedacht in der Ankerbucht von Sagres an. Dort liegen noch ein paar andere Yachten und wir wollen  es wagen: Bei 30 kn Wind schmeißen wir den Anker und erwarten nach unseren einschlägigen Erfahrungen mit dem blöden Ding eigentlich nichts Gutes. Doch, oh Wunder, der Anker hält. Wir können es kaum glauben. Noch sind wir ziemlich nervös, ob das wohl gut geht. Der Wind wird nicht weniger, aber auch nicht mehr. Also sollte doch alles halten. Unser Problem jetzt: Grillen bei soviel Wind funktioniert nicht. Auch egal, Hauptsache der Anker....

Es wird das endgültig letzte Desaster mit dem Teil.

Nach über 2 Tagen stabiler Ankerposition und heftigem, teils böigem Wind genehmigen wir uns am Sonntag Abend schon ein Gläschen Wein. Am nächsten Morgen wollen wir nach Lagos aufbrechen. Unser Dinghy dümpelt noch am Heck vor sich hin. Wir waren in den Tagen hier vor Anker sogar so mutig geworden und sind an den Strand gefahren.

Doch dann geht alles plötzlich ganz schnell:

Der Anker slippt! Da wir mal wieder viel Wind haben, geht Umiak gleich ziemlich auf Fahrt. Wir versuchen noch dreimal, den Anker wieder einzufahren. Als es schon fast dämmrig ist, geben wir auf. Dinghy hoch und ab nach Lagos. Wir schwören uns: Dieser Anker ärgert uns nicht mehr!

Die Fahrt nach Lagos wird rasant. Zwischendurch blitzt die 41 in der Windmessanzeige auf. Umiak fährt wie auf Schienen und es ist eigentlich super Segeln. Bis Ansgar im nassen Cockpit ausrutscht und sich die Rippen bricht (sorry, liebe Christel, das hatten wir Dir bisher verschwiegen, ging ja aber alles gut!).

Bei dem Wind kommen wir nach nur knapp drei Stunden in Lagos an - mittlerweile ist es wieder mal stockdunkel. Die Hafeneinfahrt ist lang und schmal, die Disco und ihre blinkenden Lichter auf der Hafenmole erleichtern die Orientierung nicht wirklich. Erst als neben rot und grün auch noch blau aufleuchtet, merken wir: das sind keine Positionslichter.

Wir landen am Rezeption-Pontoon und dürfen nicht mehr in den Hafen, der Wind ist zu stark. Es ist uns auch wesentlich lieber, zumindest bis zum Morgen hier liegen zu bleiben. Jetzt werden erst mal die Schmerztabletten rausgesucht...

 

Lagos

14 Tage haben Ansgar´s Rippen Zeit zu heilen. Dann wollen uns Laura und Alex besuchen und wir hoffen, dass wir bis dahin wieder "segelfertig" sind.

Der neue Anker wird aus Deutschland (SVB - unschlagbar!!) bestellt, nachdem wir mit Hilfe  von Andrew, der in Lagos neben uns liegt, das Model schon mal an unserem Boot ausprobieren konnten. Das war sehr hilfreich, konnten wir doch so schon alles vorbereiten.

Die neuen Löcher zu bohren war eine Qual für Ansgar, 20 mm Edelstahl und das mit kaputten Rippen....

 

 

Urlaub mit Laura und Alex

Von Lagos aus holen wir Laura und Alex vom Flughafen in Faro ab. Für Laura war es eine Überraschung, wir hatten alles über Alex eingestielt. So wusste sie bis zu ihrer Ankunft nicht wirklich, wo es hin ging. Wir waren zum Schluss ziemlich nervös. Es hätte ja auch sein können, dass sie enttäuscht ist, wenn sie uns sieht und lieber mit ihrem Liebsten allein einsamen Strandurlaub vorgezogen hätte. Aber wir hatten Glück: Die Überraschung war gelungen und wir haben wirklich eine sehr schöne Woche miteinander verbracht.

Mit dem Mietwagen erst landseitig, dann mit Umiak seeseitig haben wir die Algarve erkundet, waren in schönen Buchten schwimmen und haben ausgiebig gegrillt, sind bei gutem Wind entlang der wunderschönen Küste gesegelt und: Wir haben der Bucht Sagres nochmal unseren neuen Anker gezeigt. Hält!! - Gott-sei-Dank! 

Die schönste Bucht war für uns Ferragudo. Die Bucht liegt in der Flussmündung direkt gegenüber von Portimao. Von dort kann man mit dem Dingi bequem das kleine Fischerdörfchen erreichen oder am Strand anlanden und die Strandbars zu Fuß erreichen. Auf unserer eigens eingerichteten Skala der Lebenshaltungskosten, unserem "Caipi-Index" schnitt Ferragudo mit durchschnittlich 6,-- auch  ganz gut ab. Was wir natürlich auch ausnutzen mussten..

Allgemein sind wir von Portugal und den Portugiesen sehr angetan: Von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen über den Baustil, der Infrastruktur, der wunderschönen Landschaft, dem perfekten überall vorhandenen Mülltrennungssystem, der Sorgfalt, mit dem der Natur hier begegnet wird. Einfach super! Da können wir uns manches Mal eine Scheibe abschneiden!!!

Ein neuer Anker und eine wunderschöne Zeit an der Algarve