Westküste Portugal

Mal wieder Nachts!

In Porto kommen wir von Vigo gestartet mal wieder im Stockdunklen an. Unser Reiseführer rät dringend davon ab, bei Nacht in die enge Hafeneinfahrt zu steuern. Strömung und Untiefen!!

Wir sind unsicher, was wir tun sollen. Natürlich wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen, aber noch bis zum Morgengrauen warten...?

Wir erreichen Werner von der Chiringuito noch über Funk, der einen halben Tag vor uns losgefahren und damit bequem im Hellen angekommen ist. Er weist uns ein, wie wir anfahren können und wo Platz zum Anlegen ist. Und so machen wir es.

Legen uns am Visitor-Pontoon direkt hinter Summerfugl, einem Katamaran, Kontaktaufnahme mit Maren und Andreas erfolgt gleich am nächsten Morgen...

Mit ihnen verbringen wir in den nächsten Wochen viele schöne Stunden, zuletzt in Cascais nahe Lissabon. Von ihnen stammt auch die Aufnahme von unserem Boot, als sie uns mit ihrem "Porsche" Vollspeed überholt haben: Umiak endlich mal unter Segeln mitten auf dem Wasser.

Porto und Portwein!

Neben unserer Stadterkundung per Bus lernen wir in Porto natürlich auch eine der vielen Portwein-Kellereien kennen. Genau genommen befinden sich diese allerdings nicht in Porto, sondern auf dem gegenüberliegenden Ufer in Gaia. Die Führung gefällt uns, die anschließende Verkostung auch. Allerdings halte ich diesem Prozedere nachmittags um Fünf nicht wirklich stand. Aber der Captain übernimmt dankbar meinen Part...

 

Schatten - in Lissabon ein rares Gut!

Nächste Station ist Oeiras, eine kleine, aber feine Marina zwischen Cascais und Lissabon am Tejo gelegen. Von hier aus fahren wir mit dem Zug nach Lissabon und machen Stadtbesichtigung bei 42°C. Hört sich schlimmer an als es ist. Insbesondere in den Museen können wir uns angenehm abkühlen. Und haben es damit besser als die Fischer auf dem Foto, die zur Frühstückspause den spärlichen Schatten neben der Hafenmauer aufsuchen müssen.

Die obligatorische Bustour findest diesmal mit einer uralten Straßenbahn statt. Ein besonderes Erlebnis durch die engen Gassen zu rattern. Gleich zu Beginn werden wir darauf hingewiesen, unsere Arme nicht zu weit aus dem Fenster hängen zu lassen. Und nicht selten muss der Fahrer anhalten, weil ein geparktes Auto die Durchfahrt unmöglich macht. Es ist wirklich sehr eng! Wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass Lissabon an vielen Ecken und Enden einfach zerfällt. Renovierung ist aufwendig und teilweise aus Platzmangel gar nicht durchführbar. So haben viele Lissabonner ihre Stadt verlassen und sind ins Umland gezogen. Und das merkt man der Stadt an: Es ist nicht mehr nur als "morbider Charme" zu bezeichnen, was diese Stadt ausmacht. Man spürt, dass viele Häuser bereits leer stehen und verlassen sind. Schade!

Bloß nicht Sines 

Unser Weg führt uns weiter Richtung Süden. "Bloß nicht Sines" lautete der Rat von Yachties, die wir in Porto kennengelernt hatten. Wir fahren doch hin. Zum Glück. Die Geburtsstadt von Vasco da Garma. Das klingt nicht nur super, es ist auch super hier. Wir ergattern in der kleinen Marina den letzten für uns erreichbaren Anlegeplatz bei ziemlich starkem Wind und haben direkten Blick auf das Geburtshaus von Vasco - auf den hier natürlich alle ganz fürchterlich stolz sind. Zu Recht! 

Noch bevor wir das Boot verlassen, kommen zwei Schweinswale in die Bucht und ziehen in aller Ruhe ihre Runden. Ein schöner Anblick!

Wir schlendern abends durchs malerische Städtchen, essen lecker und quatschen mit einem jungen Paar, das hier auf der Durchfahrt für ein paar Tage hängen geblieben ist.

Was ist hier weniger nett: Ok, bei der Hafeneinfahrt muss man erstmal durch eine Industriehafen durch. Die danebenliegenden Chemiefabriken riechen wir am nächsten Morgen intensiv. Aber da machen wir uns ja schon wieder auf den Weg...

Wir fanden es schön hier!